Soziale Zusammenhänge

„There is no end to integration“
Fritz Perls

An dieser Stelle möchte ich auf wichtige soziale Zusammenhänge hinweisen, welche in den letzten 24 Jahren etwa entdeckt wurden. Dies entspricht der Zeit, in der ich innerhalb der Sozialen Arbeit tätig bin. Lange genug also, um einen kurzen Rückblick anzustellen und die wichtigsten Entwicklungsschritte seit damals aufzuzeigen:

1. Themenbereich individuelle Traumatisierungsformen

Alice Miller fing als Erste in den 80er Jahren damit an, in ihren Büchern gesellschaftliche gestützte individuelle Traumatisierungen z.B. in Form von repressiver Erziehung in einer äußerst mitfühlenden und umfassenden Form darzustellen. Dies brachte viele wichtige Diskussionen innerhalb der Öffentlichkeit in Gang.

„Das misshandelte, angeblich “böse Kind” wird zum bösen Erwachsenen und schafft später eine böse Welt, wenn kein wissender Zeuge ihm zur Hilfe kommt. Das geachtete Kind wird eine andere Welt schaffen, denn unser biologischer Auftrag heißt, menschliches Leben zu beschützen und es nicht zu zerstören.“
Alice Miller, Buchrückseite von „Das verbannte Wissen“.

2. Klassische Familientherapie

Zu Anfang meines Studiums habe ich ein Referat erarbeitet über das wegweisende Buch „Schizophrenie und Familie“, was von der familientherapeutischen Forschungsgruppe im kalifornischen Palo-Alto um Gregory Bateson herausgegeben wurde.

„Die in diesem Band enthaltenen Arbeiten haben den Weg zu einem neuen Verständnis der als Schizophrenie bezeichneten Störungen gewiesen. In Anthropologie, Kommunikationsanalyse, Psychotherapie, Psychiatrie und Psychoanalyse gewonnene Erfahrungen zeigen, dass schizophrene Störungen ihren Ursprung in deformierten Kommunikationsprozessen haben.“
Text auf der Buchrückseite von „Schizophrenie und Familie“.

3. Sozialpsychiatrie

Da ich Mitte/Ende der 90er Jahre den systemischen Ansatz noch nicht kannte und zudem in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung tätig war, habe ich mich mit den diesbezüglichen Ansätzen auseinandergesetzt. Angehörigen- und Psychiatrieselbsthilfegruppen wie die “Irrenoffensive” sind nach wie vor aktuell.

Sozialpsychiatrie bedeutet, die psychiatrischen Phänomene des Individuums in ihrer Entstehungsweise verknüpft mit den sozialen Bezügen zu sehen. Ein guter Überblick über sozialpsychiatrische Ansätze bietet das Buch “Was ist Sozialpsychiatrie”, herausgegeben von Asmus Finzen und Ulrike Hoffmann-Richter.

4. Der systemisch-konstruktivistische Ansatz

Ende der 90er Jahre kam verstärkt der systemisch-konstruktivistische Ansatz auf. Dies beinhaltete eine deutliche Weiterentwicklung der klassischen Familientherapie.

Konstruktivistische systemische Therapie und Beratung richtet ihre Aufmerksamkeit sowohl auf Kommunikationsprozesse, wie auch auf die Wahrnehmung und die Wirklichkeitskonstruktion der Klientel.

5. Der systemisch-phänomenologische Ansatz

Man konnte nun bei Familienaufstellungsseminaren in Rollen “hinein stehen”, und so wurde für den Repräsentanten verstehbar, dass ein Symptom aufgrund dessen auftritt, dass der Klient nach dem inneren Bild seines Familiensystems genau an diesem Platz steht.

Durch das Herausfinden dieser “teilnehmenden Wahrnehmung” wurde auch klar, dass ein Klient durch sein eingebunden sein oft von selbst nicht auf eine Handlungsalternative kommen kann.

6. Die mehrgenerationale systemische Psychotraumatologie

Das 2002 erschienene Buch “Verwirrte Seelen” von Franz Ruppert war für mich schon insofern ein richtungsweisendes, da es das erste psychiatrische Buch darstellt, das ich ohne Angst zu bekommen gelesen habe, weil darin jedes psychotische Symptom erklärbar gemacht wird.

Symptome werden als Traumatisierungsfolgen dargestellt, welche als Hinweise auf im Familiensystem oft viel weiter zurückliegende Traumatisierungen gedeutet werden. Franz Ruppert entwickelte das Modell einer mehrgenerationalen systemischen Psychotraumatologie. Der verborgene Sinn von psychiatrischen Symptomen wird hier herausgearbeitet und beschrieben.

Durch dieses Modell ergeben sich in Verbindung mit der Aufstellungsarbeit ganz neue, endlich effektive Perspektiven für die Diagnostik und die Behandlung von Familiensystemen bei denen psychiatrische Symptome vorkommen.

In seinem 2005 erschienenen Buch “Trauma, Bindung und Familienstellen” stellt Franz Ruppert seinen Ansatz umfassender und noch besser wissenschaftlich fundiert dar.

7. Integration weiterer Therapieformen

Die systemische Sichtweise halte ich für sehr entscheidend, schon allein deshalb, weil sie in den Institutionen Sozialer Arbeit noch viel zu wenig Eingang gefunden hat. Natürlich ist diese Sichtweise allein aber nicht ausreichend. Elemente aus anderen Therapieformen wie Gestalttherapie, Psychodrama, Hypnotherapie, NLP, Transaktionsanalyse und nicht zuletzt der Psychoanalyse etc. sollten mit in die Beratungsansätze integriert werden.

8. Zwiegespräche

Wichtig geworden ist für meinen persönlichen Ansatz auch die Empfehlung von Zwiegesprächen. Sie wurden von Michael Lukas Moeller entwickelt und sind in seinen Büchern oder auf Dyalog.de beschrieben. Otto Brink empfiehlt in seinem Buch “Spielregeln der Partnerschaft” die kombinierte Anwendung von Zwiegesprächen und Systemaufstellungen.

9. Arbeit mit dem höheren Selbst – Phyllis Krystal

Über Thomas Schröter, Gesundheitspraktiker in Freiburg, habe ich die von Phyllis Krystal entwickelte Arbeit mit dem höheren Selbst kennen und schätzen gelernt. Phyllis Krystal ist mittlerweile 101 Jahre alt, sie ist im Jahr 2015 von der Schweiz in ihre alte Heimat England umgezogen. An der zweitletzten Ausbildung bei ihr in den Jahren 2010 und 2011 konnte ich teilnehmen und nun darf ich ihre Methode auch offiziell anwenden. Beratungssitzungen bei Thomas Schröter kann ich absolut empfehlen, sie finden in der Poststraße 3 in 79098 Freiburg statt. Kontaktaufnahme über Telefon 0176 781 121 91 oder per E-Mail: th.schroeterGP(at)web.de.

10. The Work – Byron Katie

Ebenfalls über Thomas Schröter kam ich mit “The Work”, der Arbeit von Byron Katie in Berührung. Bei dieser Methode geht es darum, die eigenen, meist schon in der Kindheit erlernten, meist unbewussten und oft einschränkenden Glaubenssätzen auf ihren Wahrheitsgehalt und damit ihre Gültigkeit zu untersuchen. Richtig angewandt kann diese Methode ebenfalls von unschätzbarem Wert sein. Auch zu dieser Methode bietet Thomas Schröter eine kompetente und umfassende Beratungstätigkeit an.

12. Psycho-Kinesiologie – Dr. med. Dietrich Klinghardt

Die wahrscheinlich am effektivsten wirksame Verbindung von Kinesiologie, systemisch-phänomenologischer Arbeit, EMDR, Homöopathie, Naturheilkunde etc. konnte Dr. med. Dietrich Klinghardt mit der Psycho-Kinesiologie entwickeln. Als versierte Anwenderin dieser umfassenden Methode kann ich Britta von Lardon, Heilpraktikerin in Freiburg, Fichtestraße 29, Telefon 0761-7074865, empfehlen!

13. Heilarbeit – Monika Weber

Als wichtigste Empfehlung möchte ich an dieser Stelle auf die Heilarbeit von Monika Weber, Heilpraktikerin in 79288 Gottenheim bei Freiburg, Keltenweg 4, Telefon 07665 / 73 03, verweisen. In den letzten Jahren konnte ich einige Hilfe suchende Verwandte und Bekannte mit teilweise sehr ernst zu nehmenden Erkrankungen zu Monika Weber vermitteln. www.Weber-Lichtheilpraxis.de. Die neue Anschrift ist in vielen Navigationsgeräten noch nicht aufgeführt. Bitte zur Bergstraße / Ecke Brunnenstraße fahren, von dort aus sieht man das Schild Keltenweg.

Ausblick

Wir haben trotz der sich verschlechternden gesamtgesellschaftlichen Bedingungen mindestens genau so viele verbesserte Chancen, mithilfe von heute möglicher guter Therapie, guten naturheilkundlichen ÄrztInnen und HeilpraktikerInnen unsere Gesundheit in jeder Hinsicht zu verbessern und zu stärken. In diesem Zusammenhang hat mich besonders das Buch “Spirituelles Heilen und Schulmedizin” von Dr. med. Jakob Boesch sehr beeindruckt. Es führt kein Weg mehr daran vorbei, dass die klassische Schulmedizin umdenken und ihren Horizont erweitern wird.

Mit meiner Homepage möchte ich auch zur Netzwerkbildung beitragen. Dieser virtuelle Raum soll aufklären und inspirieren und über die Weblinks zu weiteren Möglichkeiten der Hilfestellung führen.

Ich selbst habe in den letzten Jahren erfahren dürfen, wie gut es tut, die richtigen Fachleute zu kennen und unterschiedliche Wege einschlagen zu können, welche sich immer wieder treffen oder kreuzen. Das Gehen der verschiedenen Wege trägt, so glaube ich, nur dann Früchte, wenn man sie wert- und herrschaftsfrei parallel gehen kann. In diesem Sinne ist mir die Hilfe zur Selbsthilfe und das damit verbundene Anstoßen von Prozessen viel wichtiger als das Anbieten von fertigen Lösungen.

Hoffentlich kommt einiges in Bewegung!

Jan Kropf